Review: Shape of Water

Review_ShapeWater

Erscheinungsjahr: 2018

Herkunft: U.S.A.

Regie: Guillermo del Toro

Studio: Bull Productions, Double Dare You, Fox

Zugegeben, die Idee an Valentinstag in „Shape of Water“ zu gehen, war vielleicht nicht gerade die Beste. Da saß ich also, umringt von verliebten Pärchen, von denen die Hälfte den Namen Guillermo del Toro wahrscheinlich noch nie gehört haben. Zu meinem Glück kann ich auch unruhige Kinosäle ganz gut aushalten und somit auch dieses wunderbare, surreale Liebesdrama genießen.

  • And the winner is…

Vor ein paar Wochen staunten bestimmt viele nicht schlecht, als bekannt wurde, dass „Shape of Water“ für 13 Oscars nominiert wird. Auch ich habe es fast nicht geglaubt, immerhin ist del Toro kein Hollywood-Liebling und der Stoff klang jetzt nicht nach klassischem Oscar-Favoriten. Jedoch muss man den Film nur fünf Minuten sehen, um die Entscheidung der Jury zu verstehen. Das liegt aber nicht daran, dass das Intro jetzt so weltbewegend ist. Die Oscar-Acadamy liebt das Klischee des alten Hollywoods und der goldenen Ära zwischen den 30er und 50er Jahren. „Shape of Water“ hat bestimmt über ein Dutzend Anspielungen auf diese glorreichen Zeiten. Dazu eine klassische Liebesgeschichte a la „Das Schöne und das Biest“ und fertig ist der Oscar-Kandidat Nr. 1! Naja, wäre da nicht dieser blöde Regisseur namens Guillermo del Toro, der diese wunderschöne Story mit surrealen Charakteren und offener Sexualität ausweiten muss. So viel sei verraten: Mir gefällt es! Dass aber im prüden Amerika sich noch keiner über diesen Film beschwert hat, wundert mich schon sehr. Worum geht es eigentlich? Eliza (Sally Hawkins) ist seit ihrer Kindheit stumm, ihre einzigen Freunde sind ein alter Werbe-Zeichner und eine Arbeitskollegen. Sie ist Putzfrau bei einem Forschungsunternehmen, wo eines Tages ein geheimnisvoller Wassertank angeliefert wird. In diesem lebt ein eigenartiges Wesen (Doug Jones), mit welchem sich Eliza sehr schnell anfreundet. Aus Neugier wird jedoch schnell Verlangen, aus Freundschaft schnell Liebe. Als der Militär-Beauftragte Richard Strickland (Michael Shannon) das Wesen töten will, entschließt sich Eliza ihren „Freund“ zu retten.

  • Einfach schön!

Dieser Film hat 20 Millionen gekostet. Das ist ein Witz, wenn man die Budgets der anderen Hollywood-Produktionen kennt. Was die Macher mit diesem Geld gemacht haben, grenzt an ein Wunder. Alles sieht perfekt aus, egal ob es das Wesen ist, die Einrichtung der Häuser oder die Unterwasser-Szenen. Aber nicht nur der Stil überzeugt, sondern auch die Charaktere. Die haben nämlich größtenteils einen an der Waffel. Positive Verrücktheit natürlich. Die Motive der handelnden Personen werden fantastisch ausgearbeitet und für den Zuschauer jederzeit sichtbar gemacht. Die Leistungen der Schauspieler tun dann ihr übriges. Das Herzstück von „Shape of Water“ ist aber natürlich die Liebesgeschichte und diese funktioniert sehr gut. Wo andere Filme schon daran scheitern, eine Lovestory zwischen zwei Menschen gut zu erzählen, schafft es der Streifen jederzeit glaubwürdig zu bleiben. Das liegt auch an dem sehr offensiven Umgang mit Gefühlen und Sex. Dazu kommt noch ein hoher Gewaltgrad, welcher zusammen mit den Nackt-Szenen, die FSK16-Einstufung verständlich macht. Alleine für das Look n´ Feel würde ich „Shape of Water“ schon empfehlen. Aber Achtung: Wer die anderen Filme von del Toro (z.B. Pans Labyrinth) schon zu verrückt fand, sollte hier auch lieber vorsichtig sein. Ich fühlte mich von der guten Geschichte und den surrealen Charakteren gut unterhalten.

  • Abzüge am Ende

Also alles super? Nein, nicht ganz. Leider habe ich zwei größere Kritikpunkte. Das eine ist der Anfang der Liebesgeschichte zwischen dem Wesen und Eliza. Die Beziehung fängt nämlich sehr schnell an. Da hat das Monster gerade noch einen Menschen verletzt und kuschelt eine Minute später schon mit Eliza rum. Ich hatte das Gefühl, als hätten in diesem Abschnitt 5 – 10 Minuten gefehlt. Für mich baut der Film aber zum Ende hin am meisten ab. Versteht mich nicht falsch: Bis zum Schluss hält sich „Shape of Water“ auf einem hohen Niveau und ich meckere hier schon echt über Kleinigkeiten. Trotzdem fühlten sich die letzten 20 Minuten etwas konstruiert an. Als hätten die Autoren sich zwar ein schönes Ende überlegt, aber bei dem Weg dahin etwas Schwierigkeiten gehabt. Trotzdem kann ich „Shape of Water“ natürlich nur jedem empfehlen. Hier wird eine sehr gute und offene Liebesgeschichte mit starken Schauspielern in einer wunderschönen Welt erzählt. Dazu kommt noch eine Portion Verrücktheit, ein grandioser Soundtrack und fertig ist ein fantastisches Kinoerlebnis.

Wertung – Shape of Water – 8/10

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6 Kommentare zu „Review: Shape of Water

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  1. „Das eine ist der Anfang der Liebesgeschichte zwischen dem Wesen und Eliza. Die Beziehung fängt nämlich sehr schnell an.“

    Das ging mir auch so, habe ich in meiner eigenen Rezi auch kritisiert! Auch später noch: Ich verstehe, dass sie in ihm mehr sieht als zb der Antagonist, dass sie seine menschliche Seite wahrnimmt – aber warum steigt sie zum ihm i die Wanne? Ich finde nicht, dass vorher schon genug auf Liebe/Lust hindeutet.

    Gefällt 1 Person

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